von 14 weg lebte ich in meiner eigenen welt. wenn ich nicht gerade in meiner anime-phase befand, träumte ich den ganzen tag von meiner
zukunft. meiner zukunft als musical-star. das einzige, woran ich denken konnte, war singen, singen, singen, spielen und singen. ich sah mich in wien im raimundtheater auf der bühne stehen.
und es ging mir dabei gar nicht um anerkennung, um beliebtheit, um das "star"-sein.
es ging mir um das singen. wenn ich fertig von der schule zum unterricht kam, 2 stunden später fuhr ich voll energie, freude und glücklich und zufrieden nach hause. das singen machte alles wieder gut, was mich im leben belastete.
und so machte ich mich auf den weg zu den aufnahmeprüfungen.
die erste, am konservatorium in der johannesgasse, war ein desaster. ich war unvorbereitet und grotten schlecht. aber das war mir damals egal, ich ging noch zur schule und wollte es einfach einmal probieren.
die zweite prüfung, ebenfalls am kons, war um nichts besser. schlechte song-wahl, meine noten vergessen, und so nervös, dass ich mich beinahe übergeben hätte. eine erfahrung für sich.
die dritte prüfung auf der musikhochschule. an diesen tag denke ich noch oft zurück. verdammt war ich gut.
ich weiß es.
ich weiß es einfach.
nicht, weil mich sogar ein abgänger, der bei der prüfung dabei war, aufgesucht hat, um mir das zu sagen, mich zu bekräftigen, dass ich ja nicht aufgeben darf, weil ich so gut war.
nein, ich fühlte mich einfach nur gut. ich war nervös, aber sicher. und ich habe alles gegeben. und während ich wartete, da fühlte ich mich wirklich gut und wusste, dass ich eine gute leistung gebracht hatte.
leider, meine tanzausbildung ist mehr schlecht als recht, was für diese schule nicht gereicht hat, aber es wurde mir angeraten, auf sologsang umzusatteln.
aber dann war da der punkt. der punkt, wo ich mir über meine zukunft gedanken machen musste. was will ich?
will ich singen? ja.
will ich es wirklich?
auditionen. absagen. nicht wissen, was die zukunft bringt (gut, das gibts in jeden job).
und mein selbstwertgefühl sank immer weiter.
und ich begriff, dass ich - so sehr ich das unterhaltungstheater auch liebe - nicht das herz dazu habe. ich würde zu schnell aufgeben; an mir zweifeln; dieses metier würde mich zerstören.
also entschied ich mich für den "sichereren" weg.
und manchmal - eigentlich sehr oft - hasse ich mich dafür. dass ich aufgegeben habe.
und bereue es. dass ich es nicht weiter versucht habe.
und manchmal. glaube ich, dass es so besser ist. aber nur manchmal.
vorsicht, schlechte qualität. vor kurzem auf einer MD gefunden. angehört. zurück erinnert. das lied hab ich bei der prüfung gesungen...
Hold-on1 (mp3, 4,013 KB)